Tiong Sing / Chin Ou
von Dirk Rabenschlag
Mitte des 19. Jahrhunderts versuchte China mit mäßigem Erfolg dem nach dem Ende des ersten Opiumkrieges und dem Vertrag von Nanking (1842) drückenden Einfluß der Westmächte (vor allem England und Frankreich) sowie Japan etwas entgegen zu setzten und begann Anfang der 60er Jahre die veraltete Flotte (vornehmlich Kriegsdschunken) zu modernisieren. Wurden zunächst vor allem Ankäufe im Ausland getätigt, waren die chinesischen Werften Ende der 60er Jahre so weit, auch Eigenbauten vorzunehmen. Zu dem ersten Schwung der Neubauten auf der Kiangnan Werft gehörte das 1874 gebaute Kanonenboot Chin Ou, welches später in Tiong Sing umgetauft wurde. Das Design orientierte sich an den frühen "Flatiron"-Kanonenbooten der Firma Armstrong mit dem Unterschied, dass das 17 cm Krupp-Geschütz in einer gepanzerten Zitadelle untergebracht wurde.

Das Modell im Maßstab 1:100 besteht aus einem GfK-Rumpf und -Deck, welches in einer Silikon-Form laminiert wurde. Es ist 31,7 cm lang und 6,2 cm breit. Der Tiefgang beträgt 2 cm. Angetrieben wird es mit zwei Glockenankermotoren, welche mit durch einen 7,2 V LiPo-Akku versorgt werden und auf zwei selbstgebaute Schrauben wirken..

(SMS Wespe noch ohne viertes Beiboot,
eine Gig III)


Um das Modell ohne große Probleme einschalten oder laden zu können, sind Schalter sowie Ladebuchse unter dem abnehmbaren Oberlicht auf der Zitadelle untergebracht.

Die Aufbauten und Details bestehen zu einem großen Teil aus selbstgefertigten Ätzteilen. Nur so war es möglich, auch feinste Details, wie z.B. die Gitter der Oberlichter oder die Dollen der Beiboote am Modell darzustellen.




Auf dem Wasser geben die Motoren mit den selbstgebauten Schrauben dem Schiff eine ausreichende Geschwindigkeit (das Original erreichte selbst nur eine Höchstgeschwindigkeit von 10 Knoten), wenn auch das recht kleine Ruderblatt nur eine mäßige Manövrierfähigkeit und einen großen Wendekreis mit sich bringt.

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